Das musikalische Zentrum für Kay Johannsen ist die Stiftskirche Stuttgart, Hauptkirche der Stadt und der Region. Hier leitet der Stiftskantor und Kirchenmusikdirektor die Stuttgarter Kantorei, das solistensensemble stimmkunst sowie die Stiftsphilharmonie Stuttgart und verantwortet als künstlerischer Leiter der Stiftsmusik Stuttgart unter anderem die wöchentliche Stunde der Kirchenmusik mit jährlich 20.000 Zuhörern. Eine nicht versiegende Inspirationsquelle ist für ihn die Mühleisen-Orgel der Stiftskirche mit 81 Registern auf vier Manualen aus dem Jahr 2004.

 

Im Jahr 2011 dirigiert Johannsen Mahlers Sinfonie Nr. 2 am Karfreitag und Karsamstag sowie das Oratorium The Apostles von Elgar im November. Für Carus nimmt er die CD "Christmas" mit Improvisationen über Internationale Weihnachtslieder auf. Mit dem solistenensemble stimmkunst tritt er zusammen mit dem Ensemble Sarband auf, und als Organist wird er beim Internationalen Orgelsommer in der Stiftskirche sowie im Freiburger Münster Widors Symphonie Romane aufführen. Im November spielt er bei Orgelfestivals in Russland, und im Frühjahr 2012 ist er im Oriental Arts Centre in Shanghai sowie im National Centre for the Performing Arts in Beijing zu hören.

 

Kay Johannsen beschäftigt sich intensiv mit der Orgelmusik von Johann Sebastian Bach und spielte 1997 und 2007 Aufführungen des Gesamtwerkes, wobei der Zyklus 2007 auf 17 CDs (Produktion der Stiftsmusik) dokumentiert ist. Für die edition bachakademie bei hänssler nahm er fünf CDs auf, die mit Preisen wie dem Diaposon d'or sowie dem Goldenen Bobby des Verbands deutscher Tonmeister ausgezeichnet wurden. Neben der Orgelmusik widmet er sich in Konzerten als Cembalist, Kammermusiker und Dirigent den meisten Gattungen des Bachschen Werkes, von den Goldbergvariationen über die Brandenburgischen Konzerte bis zur Matthäuspassion. Er ist künstlerischer Leiter des Zyklus' "Bach : vokal" 2011-2021.

 

Ausgehend von einer profunden Auseinandersetzung mit der Alten Musik spielt Kay Johannsen heute in seinen Orgelkonzerten neben Bach und Improvisationen vor allem Werke der deutschen und französischen Romantik, was sich auch in zahlreichen CDs mit Werken von Mendelssohn, Brahms, Reger, Widor und Vierne (24 Pièces de Fantaisie in der Frauenkirche Dresden bei Carus) niederschlägt.

 

Kay Johannsen ist leidenschaftlicher Improvisator, wobei sein Stil in der Harmonik zurzeit an Tournemire, Alain und Duruflé erinnert, formal vielfältig ist und rhythmisch Einflüsse des Jazz erkennen lässt. Choralgebundene Improvisationen zu Advent/Weihnachten und Passion/Ostern sind auf 2 CDs bei Carus dokumentiert, die in kürzester Zeit große Verbreitung fanden.

 

Als Solist und Begleiter spielte Kay Johannsen mit vielen bekannten Ensembles. Er ist auf CDs zu hören mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado (Bach, Mozart), den Stuttgarter Philharmonikern unter Gabriel Feltz (Strauss, Scriabin) und (in den Psalmen von Charles Ives) mit dem SWR Vokalensemble unter Marcus Creed. Beste Besprechungen erhielt die CD mit den Sechs Sonaten für Violine und Cembalo von J. S. Bach, die er mit der Geigerin Christine Busch für Carus eingespielt hat. 2010 ist bei Carus die CD Ave Maria mit Geistlichen Gesängen von Joseph Gabriel Rheinberger und Kay Johannsen an der Orgel erschienen.

 

Kay Johannsen gewann den Deutschen Musikwettbewerb als Organist und mit seiner Stuttgarter Kantorei 2006 den Deutschen Chorwettbewerb. Als Juror ist er heute regelmäßig beim Deutschen Musikwettbewerb oder bei internationalen Wettbewerben in Lausanne und Alkmaar gefragt.

 

Auch als Dirigent wird Kay Johannsen zunehmend einem breiteren Publikum bekannt. Eine außerordentlich positive internationale Resonanz erhielt er für seine beiden CDs Göttlichs Kind mit Weihnachtsmusik von Telemann sowie Noël mit Werken von Charpentier, die er mit dem solistenensemble stimmkunst und dem Ensemble 94 für Carus und den SWR eingespielt hat. 2009 erschienen ist die Aufnahme der Messe As-Dur von Franz Schubert mit der Stuttgarter Kantorei und der Stiftsphilharmonie Stuttgart. Als Gast leitete er einen Orfeo-Abend mit Christine Schäfer und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker in Berlin, die Aufführung von Bachs Messe h-Moll mit dem Barockchor Seoul oder Konzerte mit dem Orchestre philharmonique de Strasbourg in der Stuttgarter Liederhalle. Mehrfach dirigierte er die Gächinger Kantorei, das Bach-Collegium Stuttgart und das Stuttgarter Kammerorchester. 2009 leitete er als Gast die Bachwoche der Internationalen Bachakademie Stuttgart. 2010 dirigierte er mit großem Erfolg Orffs Carmina burana in Shanghai und Beijing.

 

Neben dem Interpretieren an der Orgel oder als Dirigent ist für ihn auch die eigene Kreativität wichtig. In den letzten Jahren entstanden vermehrt Kompositionen für Ensembles in verschiedenen Besetzungen, die auch im Rundfunk und Fernsehen übertragen wurden. Sein bisher größtes Werk ist die szenisch-musikalische Fantasie Nachtbus, die beim Musikfest Stuttgart 2010 uraufgeführt wurde.

 

 

Stand: September 2011

 

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