Rezensionen Passion

 

Musica sacra (September 2007)

"Mit dieser CD ist der Stuttgarter Stiftskantor Kay Johannsen sicherlich dem Wunsch vieler nachgekommen und lässt seiner CD mit 25 Improvisationen über bekannte Advents- und Weihnachtslieder eine zweite mit diesmal 21 Improvisationen über Lieder zu Passion und Ostern folgen. (...) Durch die formale und konzeptionelle Transparenz sowie die stilistische Vielfalt sind diese kreativen Choralbearbeitungen aber auch wieder wertvolle Impulse für die eigenen improvisatorischen Studien jenseits der großen "symphonischen" Formen."

 

Klassik-heute.de  (Juni 2007)

"Innerhalb des Kontextes einer eigentlich lange verschwundenen Kunst sind die 21 Improvisationen des Stuttgarter Stiftskantoren über bekannte Passions- und Osterlieder durchaus eindrucksvoll. Die einzelnen Stücke sind jeweils knapp bemessen und daher stets formal stimmig, so dass sie als vorbildliche Beispiele für spontan ausgeführte Choralvorspiele gelten können. In ihrer Gänze demonstrieren sie aber auch, dass auch dem aus dem Augenblick kommenden Musizieren ein Handwerk und damit auch wiederkehrende Muster zugrunde liegen. In vielen Fällen ist Johannsens Strategie, zunächst einen aus kleinen Spielfiguren zusammengesetzten Teppich zu weben, in welchen dann die Melodie, durch die Registrierung (Zungenstimmen und Labiale) distinkt hervorgehoben, insertiert wird. Die Harmonik ist deutlich von der modernen Unterhaltungsmusik beeinflusst, oftmals geradezu pop-artig angehaucht, wodurch im Verbund mit den rhythmischen Patterns eine Atmosphäre entsteht, die oftmals an ähnlich gelagerte Phänomene der Minimal Music erinnert.
Damit soll nicht gesagt werden, dass Johannsen selbst nach Muster improvisieren würde; die Bandbreite an Satztypen variiert stark, von Anklängen an den älteren, harmonisch reichen Barocksatz (O Traurigkeit, o Herzeleid) über Mixturen, unterlegt von einem irisierenden Diskant-Flirren (Jesu, deine Passion) hin zu maschinenartigen Repetitionen in der Paraphrase über Du großer Schmerzensmann. Diese Passions-CD ist daher ein gutes Beispiel für eine zeitgemäße und ansprechende Kirchenmusik."

 

Stuttgarter Zeitung (April 2007)

"Nach exakt 53 Minuten und 49 Sekunden Spielzeit mit Improvisationen über elf Lieder zum Thema "Passion" und zehn zum Thema "Ostern" findet man sich tief berührt wieder, aber auch fasziniert von der Farbenvielfalt, mit der Johannsen jedes Lied entweder als ein schmerzensreiches Miniaturdrama oder als einen Freudenhymnus charakterisiert."

 

Klassik.com  (April 2007)

"Während Johannsen bei den Passionsliedern auf Stilimprovisationen vertraut, mit Anklängen an die Eingangsnummer aus Bachs 'Johannespassion' zum Beispiel, zeigt er seine eigentliche Meisterschaft der Improvisation in den Osterliedern, deren Textgehalt er fulminant und geradezu glorios ausgestaltet und die er zu dynamisch weit aufgespannten Klangpanoramen generiert. Apart differenziert Johannsen hier Melodieverläufe aus, erzeugt klangliche Perspektiven durch fein abgestufte Balancierung der Register im tiefen Raumklang erzeugenden Wechsel der Manuale."